Mein Weg in die Selbstständigkeit

Unternehmer waren / sind für mich Profile, die von Anfang an den Plan hatten, ein Unternehmen zu gründen. Menschen, die an irgendeiner renommierten Privatuni studiert und zahlreiche Auslandssemester absolviert haben und wo Mama & Papa das schon in die Wiege gelegt haben. Wenn ich jetzt aber meinen Weg in die Selbstständigkeit betrachte, sieht dieser ganz anders aus. Ich bin nicht eine von "Denen". Wie ich in die Selbstständigkeit gekommen bin und wie ich über meinen Weg denke, erzähle ich euch hier in diesem Blogpost.


Lasst mich eines schon zu Beginn festhalten: Nicht nur die soeben beschriebenen Profile können Unternehmen gründen ;) You can do it too!





Am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich mich immer klein gemacht. Ich habe mich im Gespräch mit anderen Gründern (Profile, wie zuvor beschrieben) immer schlecht gefühlt. Warum? Weil ich dachte, dass man als Gründer einen ganz anderen Lebenslauf vorweisen muss / sollte, als meiner. Ich dachte stets: wie soll ich denn selbstständig sein, ich habe das doch garnicht "gelernt". Und ehrlicherweise habe ich das nicht nur zu mir selbst gesagt, sondern auch mein Umfeld war erstmal skeptisch, ob das so die beste Idee ist. Einfach so mal ein Unternehmen zu gründen.


Wie gesagt, habe ich nichts in dem Bereich gelernt. Ich habe nach meinem Abi meine Ausbildung im Marketing absolviert und danach Medienmanagement & - wissenschaften studiert - auch nur den Bachelor gemacht, "nicht mal" den Master. And that's it. Keine Auslandssemester, keine "Gründerkurse", keine Privatuni, nichts von dem, was mein damaliges Bild eines Gründers entsprach. Weil ich auch nie den Plan hatte. Ich wollte nie selbstständig sein, bzw. war das nie als mögliche Option in meinem Kopf. Ich dachte immer, ich mache einen guten 9-5 Job in einem guten Unternehmen und werde dort alt. Das war mein Plan.


Während meines Studiums war ich bei einem Unternehmen - diesem Kosmetikkonzern - wo ich dann Lena kennenlernte. Sie war damals in meinem Team und stand mitten in der Gründungsphase ihres Unternehmens namens "Wild Daisy". Mich hatte das von Anfang an so gepackt. Ich fand das damals so spannend, dass sie so mutig ist, ihren eigenen Weg zu gehen. Die sichere Festanstellung zu kündigen für den Weg ins Unbekannte. Aber auch da war das nie eine Option, dass ich das auch mal machen würde.


Zeit verging, ich fing in einem Start-Up als Marketing Managerin an und Lena baute sich Wild Daisy Wedding auf. Wir wurden Freundinnen und hielten stets den Kontakt. An irgendeinem oder besser gesagt "diesem einen besonderen" Abend haben Lena & ich uns auf Sushi und Vino getroffen und gequatscht. Viel und über Gott und die Welt. Natürlich aber auch über Wild Daisy. Ich war damals unzufrieden mit meinem Job und so kam es, dass wir irgendwann alberten, dass wir Wild Daisy zusammen weiterbringen können. Dass wir noch einen Laden & Online Shop dazu eröffnen. Das war anfangs alles nur Spaß und dummes ( & leicht beschwipstes) Gerede.


Doch es blieb uns beiden im Kopf. Diese Idee das gemeinsam zu machen. Gemeinsam noch etwas Neues aus Wild Daisy zu holen. Long Story short: 2 Monate später zog ich von Köln nach Düsseldorf und wir gründeten eine GbR. Einfach so. Es fühlte sich richtig an.


Und da sind wir nun, im zweiten Geschäftsjahr als Partner mit einem Unternehmen.

Und es läuft. Irgendwie. Einfach so. Rückblickend betrachtet verstehe ich immer noch nicht so genau, wie das "passieren konnte". Es war so schnell und irgendwie so natürlich. Als wäre das schon immer der Plan gewesen.


Ich bin oft überfordert, ängstlich, unsicher als Selbstständige. Aber wer ist das nicht?

Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass JEDER, der eine Passion für etwas hegt, eine Vision und den festen Glauben daran hat, dass es funktionieren kann, gründen kann. Dazu muss man nicht Lebensweg A, B oder C gemacht haben. Ich glaube es gibt kein richtig und kein falsch im Bezug auf den Werdegang eines Gründers. Ich glaube, dass jeder mit den Aufgaben wächst. Je größer die Aufgabe, desto größer das Wachstum. Jede Herausforderung lässt sich irgendwie bewältigen. Mal mit Hilfe und auch mal ohne Hilfe, aber es klappt.


Ich wachse Tag für Tag mehr in meine Rolle hinein. Ich sammle Erfahrungen, mache Fehler, lerne aus diesen und verbessere mich. Und ich liebe es! Es ist ein fantastisches Gefühl auf eignen Beinen zu stehen. Ich bin stolz auf das, was wir schon geschafft haben. Das lag nie in unserer Vorstellungskraft.


Ich hoffe, dass euch das zeigt, dass es keinen perfekten Weg, keinen perfekten Zeitpunkt gibt. Macht es, wenn es sich richtig anfühlt. Der Rest kommt von ganz allein. Ihr schafft das und ich hoffe, dass auch ich es weiterhin schaffe. Wir werden sehen...


Be Brave, Honey Bunney!


Macht's gut, xx Denise

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